Ein besonderer Platz

Pünktlich zum Verkaufsstart erreichte mich ein Packerl, auf das ich schon sehnsüchtigst gewartet habe. Mit zittrigen Händen habe ich in sekundenschnelle das Klebeband entfernt, die Luftpolsterfolie entrissen und – ahhhh, der Inhalt war aber auch zu gut eingepackt – endlich mein Buch in den Händen gehalten. Die Luft schwirrte vor mir vor Aufregung und Herzklopfen. Ja, der Moment war schon sehr magisch. Ich wusste vorher sehr wohl, was darin „versteckt“ war. Ich wusste, wie das Buch aussehen, wieviel Seiten es letztendlich haben würde und die Breite des Buchrückens, um Platz in meinem Bücherregal zu schaffen. Aber das Buch dann tatsächlich in den Händen zu halten und nicht nur immer das Cover-Bild am Mac zu sehen, war doch etwas ganz anderes.

Dieser eine Augenblick hat mich für einen Moment zurück in meine Kindheit gezaubert. Heiliger Abend, die Lichter glänzen am Christbaum, die Stimmung ist mystisch und du kannst dein Geschenk unterm Baum liegen sehen. Natürlich weißt du schon, was in deinem Packerl enthalten ist. Die Eltern haben das Geschenk einfach zu schlecht versteckt und die kindliche Neugier war zu groß, um nicht danach zu suchen. Und dennoch ist es nochmal ein ganz anderes Gefühl, das Geschenk dann „offiziell“ öffnen zu dürfen.

Und jetzt steht es in meinem Bücherschrank, inmitten von meinen LieblingschriftstellerInnen, wie Peter V. Brett, Trudi Canavan, Henri Loevenbruck und Bernhard Hennen. Ich glaube, nie zuvor war ich stolzer im Leben gewesen. Meine Partnerin und ich – wir haben geweint vor Glück …