Fremdes Verlangen

Kurzgeschichte // © 2012 //

„ 21 Uhr. Ruf mich an. 0699….“

Verwundert drehte Jasmin den Zettel nach allen Seiten, suchte einen Anhaltspunkt von wem er stammen könnte, schnupperte kurz an ihm und erahnte eine leichte Brise eines Parfums. Süßlich, frisch und fruchtig. Eindeutig eines von einer Frau.

Dann verschloss sie ihren Postkasten, steckte den Zettel in ihre Jackentasche und ging verwirrt die Stufen zu ihrer neuen Wohnung hinauf. Ist das ganze ein Scherz? Geistesabwesend schloss sie die Tür hinter sich zu, streifte ihre Schuhe ab und ging in die Küche. Ihre neue Kaffeemaschine schrie schon danach, endlich benutzt zu werden. Und als der braune Muntermacher enthusiastisch, mit einem laut knatternden Geräusch, in die Tasse floss; öffnete Jasmin die Kühlschranktür, um sie Sekunden später wieder zu schließen, ohne überhaupt hinein gesehen zu haben. Automatisch griff sie in die Blechdose auf dem Regal über der Kaffeemaschine und fischte ein paar Schokoladenkekse raus.

Mit der Tasse und den Keksteller in der Hand ging sie in das Wohnzimmer, um erstmal geschafft von ihrer neuen Arbeit auf die Couch zu sinken. Doch so gut der Kaffee und die Kekse auch waren, sie fand einfach keinen Geschmack an ihnen.
Zu sehr hielt der duftende Zettel sie im Bann, den sie in den Händen hielt, immer wieder damit spielte und zwischen den Fingern hin und her gleiten ließ.
Die wenigen Buchstaben waren in einer schönen Schrift aneinandergereiht, sauber und leicht verschnörkelt. Es muss einfach eine Frau sein. Aber wer kann das nur sein? Sie kannte niemanden hier. In dieser fremden Stadt.

Jasmin hielt es auf der Couch einfach nicht mehr aus und kreiste ruhelos ein paar Mal durch die Wohnung, um sich dann langsam auszuziehen. In Gedanken versunken ließ sie ihre Kleidung auf den Boden fallen. Ihren sonst so peniblen Ordnungssinn hatte sie für einen Augenblick vergessen. Denn heute Abend war alles anders. Ein Ausnahmezustand so zu sagen. Da lagen ihre Kleidungsstücke nun. Verstreut auf dem weichen hellblauen Teppich, während sie fröstelnd ins Bad ging, um die Anstrengungen des Tages von sich zu spülen. Aber nicht, ohne vorher einen Blick auf die leise tickende Wanduhr zu werfen.

20.19 Uhr.

Noch 41 Minuten hätte sie Zeit, wenn sie anrufen würde.
Aber das wird sie ganz sicherlich nicht tun, warum auch?

Auf Zehenspitzen tapste sie zurück aus dem Bad ins Wohnzimmer.
Sie hatte keine Bedenken, dass Irgendjemand sie hören könnte, nein, sondern einfach nur, um nicht zu viele Wasserflecken auf dem Teppich zu hinterlassen, die noch dampfend von ihrem Körper tropften. Eingewickelt in ein übergroßes Badetuch legte sich Jasmin wieder auf die Couch, hüllte sich in ihre Kuscheldecke und schmiegte sich in das weiche Kissen, das die Nässe ihrer kurzen, hellen Strubbelhaare trotz ihres Handtuchturbans in Sekundenschnelle aufsog. Aber das machte ihr nichts aus. Sie empfand es einfach nur als Herrlichkeit nackt und warm durch die Wohnung zu schleichen, um dann auf der Couch ganz fest eingehüllt zur Ruhe zu kommen. Aber die Gelassenheit, die sie sonst immer fand, war heute dahin. Gebannt starrte sie auf ihr Handy. Fühlte den lockenden Ruf.
Spürte das Brennen in ihrer Hand. Den inneren Aufruf, endlich die Zahlen zu wählen. Schon zwei Mal hat sie diese ins leuchtende Display getippt.
Schon zwei Mal fast den grünen Knopf gedrückt, aber dann wieder lange auf den Roten, der alles löscht und nichts von ihrem Vorhaben verrät.

Noch einmal führte Jasmin den Zettel in ihr Gesicht.
Erfasste die kleine Duftwolke, die sich nun etwas mit ihrem Duschbad vermischte und zog sie tief ein. Er roch wirklich gut. Verführerisch sogar. So eigentlich könnte ihr der Zettel doch egal sein. Wenn doch ihre Neugierde nicht wäre. Und dieses Kribbeln im Bauch. Welche Frau wohl zu diesem Parfum passen würde?
Sie versuchte sich diese Frau vorzustellen, bis ihr Blick wieder auf die Wanduhr fiel.

20.57 Uhr.

„Hallo?“
Zaghaft sprach Jasmin ins Handy.
Jetzt im Moment hatte sie das Gefühl, dass sie den Zettel einfach hätte wegschmeißen sollen. Doch diese Meinung verwarf sie dann plötzlich wieder, als sie die leise Stimme einer Frau hörte, die sanft ins Telefon hauchte.

„Hallo, schön, dass du anrufst.“
„Hmm, ja, ähm, woher wusstest du, dass ich…“
„Ich weiß es eben.“

Ihr triumphierendes Lächeln konnte sie genau durch die Leitung hören.
Jasmin war auf einmal so aufgeregt und wusste selber nicht warum.

„Was tust du grade?“

Die Stimme klang nicht neugierig, so wie Jasmin fragen würde, sondern eher ruhig und lasziv.
„Ähm, ich liege auf der Couch. Und was machst du?“
„Ich stehe am Fenster, mit dem Blick zu deinem Zimmer und warte darauf, dass dein Licht angeht.“

Jasmin schluckte ein paar Mal, die Fremde konnte nur das Schlafzimmer meinen, da in dem anderen, wo sie sich befand, das Licht brannte. Und plötzlich stand sie auf. Ganz einfach so. Schob die Decke beiseite, richtete ihr Handtuch neu und machte sich auf den Weg. Dass sie die Fremde fragen könnte, wer sie war und was sie eigentlich wollte, fiel ihr nicht ein. Stattdessen löschte sie das Licht im Wohnzimmer und entfachte das Dimmerlicht im Schlafzimmer. In den paar Sekunden, sprach niemand ein Wort. Nur das leise Atmen konnte man vernehmen.
Und das Lächeln der Fremden.

„An welchem Fenster stehst du denn? Ich sehe dich nicht.“
Jasmin schob die dünne Gardine zu Seite, um besser sehen zu können.
Doch in dem kleinen Haus vor ihr brannte kein einziges Licht.
Und erst da fiel es ihr auf, dass man genau auf ihr Bett sehen konnte, wenn das Licht an ist. Selbst wenn es nur leise schimmert. Die Röte schoss ihr plötzlich ins Gesicht und abwechselnd liefen ihr ein heißer und kalter Schauer über den Rücken.

„Einen Stock über dir, ganz parallel.“

Die Fremde schien zu rauchen, denn auf einmal glimmte etwas an der Scheibe auf, dass Jasmin genau wusste, wohin sie schauen musste. Nur konnte sie die Frau noch immer nicht erkennen. „Wie siehst du denn aus oder was hast du, ähm, denn an? Ich kann nämlich nichts erkennen.“
Die Fremde lächelte etwas lauter ins Telefon.
„Wie du schon sagst, nichts. „
„Äh…wie bitte?“
„So wie du gestern Nacht. Und du hast göttlich ausgesehen.“

Jasmin stotterte ins Telefon.
Aber kein normaler Laut kam über ihre Lippen.
„Weißt du, am liebsten hätte ich an deiner Tür geklopft und gefragt, ob du Hilfe brauchst. Aber…“

Schweigen.

Für einen Moment überlegte Jasmin, einfach den roten Knopf zu drücken.
Einfach auflegen und den Kopf unters kalte Wasser zu hängen, um die Röte verschwinden zu lassen. Sie hat es mitbekommen. Das, was eigentlich nur für sie selber bestimmt war. Aber sie legte nicht auf, stattdessen schwieg sie verlegen ins Telefon. Am anderen Ende konnte sie hören, wie die Fremde das Nikotin inhalierte und genüsslich wieder ausatmete.

„Aber? „
Unsicher fragte sie nach.
Verlegen und doch aufgeregt.
„Ich wollte dich einfach nicht stören.
Aber…vielleicht tue ich es ja das nächste Mal?“

Jasmin versuchte krampfhaft die Frau gegenüber zu entdecken.
„Wie heißt du eigentlich?“, Jasmin versuchte ein wenig abzulenken, denn der Gedanke, dass sie gestern von ihr beobachtet worden ist, ließ sie fast im Erdboden versinken.
„Carina“

Kaum war ihr Name ausgesprochen, begann eine kleine Kerze sanft aufzuflimmern, dass Jasmin Carinas Silhouette erkennen konnte.
Und sie hatte tatsächlich nichts an, wie sie es gesagt hat.
„Löse dein Handtuch und leg dich hin.“
„Ähm…“
Der sanft befehlende Klang ihrer Stimme irritierte Jasmin etwas und doch nickte sie, ohne zu wissen, ob Carina das überhaupt gesehen hat und ließ ihr Handtuch auf die Bettdecke fallen. Ganz langsam legte sie sich auf ihr Bett und schloss ihre Augen. Das Telefon noch immer fest an ihr Ohr gepresst.
Stocksteif lag sie auf der Seite und wollte schon zu ihrer Decke greifen, als Carina „Entspann dich einfach“ hauchte. Jasmin räusperte sich ein paar Mal, denn die plötzliche Trockenheit in ihrem Mund, ließ das Antworten schwer fallen. Dann drehte sie sich auf den Rücken und zog das Handtuch um ihre Hüften. Wenigstens ein wenig Sicherheit wollte sie spüren.

„Weißt du eigentlich, dass du wunderschöne Brüste hast?

Es wäre bestimmt ein wundervolles Gefühl, wenn ich mit meinen Fingerspitzen auf ihnen spazieren würde. Ganz langsam und sacht. Bis du anfängst leicht zu erzittern.“

Erzittern? Ja, Jasmin zitterte schon längst, aber nicht weil es kühl war.
Und der Kloß im Hals wurde immer drückender. Auf eine Art fühlte sie sich so seltsam. „Gehst du für mich auf dir spazieren?“
„Hmm…“ Ganz langsam wanderte Jasmins Hand von der Decke zu ihrem Schlüsselbein und strich behutsam über ihre Brüste. Umkreiste ihre Spitzen, fuhr mit den Fingerspitzen ihre Konturen nach und begann sie ganz vorsichtig zu massieren.

Was tat sie da eigentlich? Doch nun war es zu spät zum auflegen.
Kein zurück mehr möglich. Jetzt hatte sie angefangen. Aber mit was nur?
Carina zündete sich erneut eine Zigarette an und Jasmin konnte ihre Blicke auf sich spüren. Wie sie mit ihren Augen alles an ihr abtastete. Auf was für ein Spiel hat sie sich nur eingelassen?

„Was machst du jetzt?“

Noch immer lag Unsicherheit in Jasmins Stimme, doch irgendwie gefiel ihr das Spiel.
„Ich folge deinen Fingern auf deiner Haut. Führe die Meinen spazieren und stelle mir vor, dass du es bist, die mich streichelt.“

„Ich würde das gerne sehen.“

Erschrocken über ihre eigenen Worte, stotterte sie plötzlich ins Telefon, aber wollte dann auch schon aufstehen, um Carina zu sehen. „Nein, bleib liegen. Du bist so schön anzuschauen. Dich so zu sehen, macht mich ganz verrückt.“
Ein sanftes Keuchen erklang in Jasmins Ohr, so dass ihr eine Gänsehaut über den Körper lief, die in ihrer Mitte zur Ruhe kam. Nein, eigentlich kam sie dort nicht zur Ruhe. Sie bündelte sich dort und entfachte in ihr einen Reiz, den sie nicht kannte. Und dieser Reiz ließ sie mutiger werden.

Und für sie war es etwas Neues, etwas Verruchtes, was sie unheimlich erregte.
Jasmin genoss dieses neue Gefühl bis zur Unendlichkeit. Kostete ihre neu entdeckte Macht aus und kreiste dann genüsslich mit ihren Fingerkuppen von ihren Bauchnabel zu ihren Oberschenkeln, um dort dann eine kleine Weile zu verharren.
Jetzt wollte sie nicht mehr diejenige sein, die auf die Befehle der Anderen wartet.
Nein, mit einem einzigen Gedankenzug wendete sich das Blatt. Sie war es nun, die die Oberhand hatte.

Ihr Handtuch lag schon längst vergessen am Boden.
Mit einem Griff zog sie ihr Head- Set unterm Kopfkissen hervor.
Sie wollte beide Hände frei haben, um ihr Spiel provokanter weiter zu führen.
Und Carinas schnellen Atem in Stereo zuhören, war viel aufregender, viel sinnlicher.
„Gefällt dir das, was du siehst?
Was würdest du jetzt gerne mit mir machen, wenn du neben mir liegen würdest?“

Jasmin hielt für einen kurzen Moment inne.
Noch nie hatte sie so was zu einer Fremden gesagt.
Und sie wusste nicht mehr, ob die Röte auf ihren Wangen von der Verlegenheit kommt oder doch von der Hitze, die nun aus ihr heraus brach.

„Ich würde deine Finger mit meinen Lippen ablösen und deine Haut erforschen.
Deinen Duft riechen und dich schmecken. Mit meinem Mund würde ich mich ganz zärtlich von deinen Ohren zu deiner Halsbeuge heran küssen. Dich mit der Zungespitze kitzeln und dich dann ganz sanft beißen und an dir saugen, deinen Pulsschlag an meinen Lippen fühlen. Und wenn ich spüre, wie dein Puls anfängt zu rasen, dann lecke ich mit meinen Lippen über deine, bis wir uns solange küssen, dass wir keine Luft mehr bekommen.“

„Hört sich verlockend an, was du da sagst.“

„Sieht verlockend aus, was du da tust!“

Jasmin begann zu schmunzeln, drehte ihren Kopf so zur Seite, dass Carina ihre Halsbeuge gut sehen konnte und fuhr dann mit ihren Zeigefinger über ihre Lippen. Benetzte ihn mit ihrer Zunge und saugte dann genüsslich an ihm, um ihn dann an den Punkt zu führen, der sie wahnsinnig werden lässt. Während sie mit der anderen Hand weiterhin ihre Brüste liebkoste, umkreiste sie zärtlich ihre Schenkelinnenseiten, wanderte immer tiefer, um dann lustvoll aufzustöhnen.

„Ich wäre jetzt am liebsten an deiner Seite, um deine Finger mit meiner Zunge abzulösen.“
„Hmm, dich zu spüren, wie du mich in den Wahnsinn treibst.“
„Bis ich dich schreien höre.“
„Was machst du grade? Sag es mir.“

Carina versuchte triumphierend zu Lächeln. Sie war eindeutig im Vorteil.
Sie konnte Jasmin sehen. Beobachten, wie sie sich beide in ihre Lust schaukelten.
Ihr eigenes Verlangen durch ihre Augen und ihrer Stimme immer weiter hochtreiben. Doch sie brachte keinen Triumph in ihre Stimme. Zu weit waren ihre Sinne vom normalen Denken entfernt. Selbst das Sprechen fiel ihr mit jeder Sekunde schwerer und somit keuchte sie nur kurze Sätze ins Telefon.

„Kühle meinen Körper an der Scheibe. Dein Anblick lässt mich zergehen.
Berühre mich. Versinke in meiner Nässe.“

Carinas gehauchte Worte setzten ihren Verstand nun völlig aus und Jasmin ließ sich fallen, wie nie zuvor.
„Wenn du weiter so redest, dann…“
„Ja? Dann?“
„Dann…kann ich mich nimmer mehr beherrschen.“
„Ist das was Schlechtes?“

In Carinas Stimme lag nun ein seichtes Gurren, etwas dass Jasmin immer tiefer hineinzog, in diese unbekannte Lust.
„Nein, ich glaube, es ist jetzt das, was ich am meisten brauche.“

Kleine Schweißperlen sammelten sich um ihren Bauchnabel, liefen davon und benetzten ihren ganzen Körper.
Jasmin schob mit einem Fuß die heiße Decke, auf der sie lag, zur Seite und suchte nach ihrem Spielzeug, das noch von der letzten Nacht irgendwo herum liegen musste. Ganz langsam führte sie es dann zwischen ihre Schenkel und drehte genüsslich an dem Knopf.

Sie spürte die Vibrationen, die ihren Körper wie ein Erdbeben zittern ließen. Zuerst noch ganz langsam, dann immer schneller.
Doch das konnte Carina nicht mehr sehen. Aber dafür sehr gut hören.
„Was tust du denn da?“, fragte sie ganz scheinheilig.
Nur zu gut wissend, was Jasmin da tat.
„Das zu Ende bringen, was du angefangen hast, was denn sonst?“

Jasmin wollte Lachen, aber das Ziehen in ihrem Bauch ließ sie verstummen.
Stattdessen stöhnte sie wieder laut ins Telefon, während Carina weiter ihre Sehnsüchte ins Telefon hauchte.
„Wie gerne wäre ich jetzt dort, zwischen deinen bebenden Schenkeln, deine Hände in meinen Haaren vergraben und meine Lippen würden dich kosten. Meine Zunge würde dich erforschen…ganz sanft, dann wieder wilder. Während meine Hände weiter deinen Körper streicheln, deinen Po massieren und dann ganz langsam in dich eintauchen. In deine Nässe. Und dich dabei zu schmecken… Ich möchte so gerne dein Zucken und Kribbeln an meinen Lippen spüren. Hm.“
„Ich kann nicht mehr. Nur noch ein paar Mal … dann komme…ich…Hmm.“

Doch nur einen Atemzug später klopfte es laut an Jasmins Tür, so dass das Kribbeln mit einem Male abflaute. Jasmin wusste nicht, ob sie weinen oder fluchen sollte.
„Was ist denn?“ Carina spürte an Jasmins Stimme, dass etwas sie abgelenkt hatte.
„Keine Ahnung, irgendein Rindviech steht vor meiner Tür und klopft.
Um diese Uhrzeit.“
„Nachbarn? Vielleicht warst du zu laut?“

Carina konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, während das Klopfen an Jasmins Türe nicht nachließ.

„Wart kurz, ich geh schnell, damit sie nicht weiter nerven. Leg nicht auf, Ok?“
„Hmm.“

Nervös suchte Jasmin ihren Morgenmantel und hastete dann zur Wohnungstüre.
Fast fiel sie über ihre Arbeitsschuhe und die Kleidungsstücke, die sie achtlos liegengelassen hatte. Doch als sie die Tür öffnete, war niemand zu sehen, nur Finsternis. Verärgert wollte Jasmin die Tür verschließen, als sich plötzlich ein Fuß zwischen Tür und Angel stellte, die Tür wieder geöffnet wurde und jemand in die Wohnung trat. In ihr Terrain. Sie könnte um Hilfe schreien, schließlich wartete doch Carina noch am Telefon. Doch sie war viel zu überrascht und noch gar nicht bei klaren Verstand, um zu handeln, um überhaupt zu denken.

Mit leichter Hand wurde sie an die Wand gedrückt. Ihre Hände wurden über ihrem Kopf fest zusammengehalten, eine weiche, kleine Hand presste sich auf ihren Mund und dann spürte sie ein Knie zwischen ihren Schenkeln.
Der Morgenmantel wurde aufgerissen als sei er aus Papier, dass Jasmins nackter Körper ungeschützt vor der fremden Person bloß lag.
Jasmin versuchte sich zu wehren, als sie plötzlich losgelassen wurde und ein paar weiche Lippen ihren Mund berührten, mit der Zunge über diese leckten, um dann ein zärtliches Spiel zu beginnen, während die Hände der Fremden zu ihrer Taille glitt, um sie sanft an sich zu ziehen.

Jasmin schnappte leicht mach Luft, als die Fremde ihre Lippen von ihren löste, um dann an ihrer Halsbeuge zu ihrem rechten Ohr zu wandern.
Ganz sanft leckte sie über Jasmins Halsschlagader, knabberte an ihrem Ohrläppchen und hauchte dann ganz leise:

„Ich bin da, um das zu Ende zu bringen, was ich angefangen habe!“
Und der Triumph zuckte um Carinas Mundwinkel, die dann Jasmins Hand nahm, um sie ins Schlafzimmer zurück zu führen.